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Die Perianalthrombose

Eine Erkrankung, über die man auch heute noch sehr ungerne spricht, da sie einen sehr intimen Bereich des Körpers betrifft, ist die Perianalthrombose. Darunter versteht man eine schmerzhafte Schwellung am Afterrand, die durch eine Thrombose in den oberflächlichen Venen hervorgerufen wird.

 

Die Veränderungen sieht und spürt man sofort

Typisch für eine Perianalthrombose ist das plötzliche Auftreten. Über Nacht entwickeln sich ein oder mehrere bläulich-rote Knoten rund um den After. Diese sind in der Regel ungefährlich, aber extrem schmerzhaft. Sie können zwischen reiskorngroß und kirschgroß sein, in seltenen Fällen auch einmal Pflaumengröße erreichen. Die Ursache für diese Veränderungen sind ein oder mehrere Blutgerinnsel, die die Venen am Afterrand verstopfen. Dadurch kommt es zu einer Entzündung der verschlossenen Venen. Durch zusätzliche Wasseransammlungen im umliegenden Gewebe entsteht außerdem ein Spannungsgefühl.

Ursachen gibt es einige

Nach „der“ Ursache hat die Wissenschaft bislang vergeblich gesucht, aber es gibt einige Faktoren, die die Bildung von Perianalthrombosen begünstigen. Dazu gehört langes Sitzen vor allem auf harten und kalten Oberflächen. Auch wenn auf Grund von zu hartem Stuhlgang sehr stark gepresst wird oder der Venendruck durch starkes Husten oder schweres Heben lokal deutlich erhöht wird, kann dies zur Thrombenbildung führen. Bei Frauen entwickeln sich Perianalthrombosen gerne während der Periode oder auch bei der Entbindung. Der Genuss von Alkohol und stark gewürzten Speisen fördert ebenfalls die Entstehung. Die neuere Forschung hat festgestellt, dass zu intensive Nassreinigung der Aftergegend und auch Leistungssport die Entstehung begünstigen können.

Der Genuss von Alkohol und stark gewürzten Speisen kann eine Perianalthrombose begünstigen.

Der Genuss von Alkohol und stark gewürzten Speisen kann eine Perianalthrombose begünstigen.

Die Therapie ist unterschiedlich

Vor der Therapie ist die Diagnose zweifelsfrei zu stellen. Perianalthrombosen werden leicht mit Hämorrhoiden verwechselt. Dabei sind es 2 absolut unterschiedliche Geschehnisse. Hämorrhoiden hat jeder. Es sind Polster aus Arterien und Venen, die innerhalb des Enddarmbereiches für den Verschluss des Afters mit verantwortlich sind. Sind sie vergrößert, wölben sie aus dem After heraus. Perianalthrombosen liegen dagegen außen um den After herum. Die Therapie richtet sich nach Größe und Schmerzhaftigkeit. Kleinere Knoten können nach kurzer Zeit verhärten, die Schmerzhaftigkeit verringert sich und nach einigen Tagen oder Wochen bilden sie sich von alleine zurück. Dieser Prozess kann durch Salben oder Zäpfchen begleitet werden. Größere Veränderungen durch Perianalthrombosen sollten chirurgisch entfernt werden. Diese Operationen werden von Proktologen oder erfahrenen Chirurgen durchgeführt. Es reicht eine örtliche Betäubung. Der Knoten wird aufgeschnitten und der Thrombus daraus entfernt. Nur bei sehr großen Veränderungen Muss der Schnitt genäht werden. Die Abheilung danach ist in der Regel problemlos und schnell. Sitzbäder und Salben beschleunigen dies. In seltenen Fällen können als Komplikation Marisken entstehen. Das sind Hautfalten, die schmerzfrei sind, aber einer sorgfältigen Analhygiene bedürfen, um nicht zu Juckreiz und Ekzemen zu führen. Sollten sie stören, können sie leicht von einem Proktologen operativ entfernt werden.